von Karin Geffers
Diese Frage stelle ich mir seit 1999 immer wieder, denn seit diesem Jahr ist alles anders. Rückblickend erscheint mein Leben davor irgendwie unwirklich, so als hätte ich nicht wirklich gelebt aber der Reihe nach:
Ich hielt mich immer für einen ganz guten Menschen, liebte meinen Mann Hans-Georg, unsere Tochter Linda und unseren Hund einen Cockerspaniel über alles. Meines Erachtens war ich auch im Beruf relativ erfolgreich und dachte bis dahin, alles sei in Ordnung.
Mit dem Glauben hatte ich mich noch nie wirklich auseinandergesetzt. Zwar bin ich konfirmiert, mein Mann und ich haben 1978 kirchlich geheiratet, unsere Tochter taufen lassen und ich bin jedes Jahr Weihnachten in die Kirche gegangen. So habe ich immer gedacht: Glauben und sonntags in die Kirche gehen können ja andere, wenn sie denn unbedingt wollen! So wie meine Mutter, die schon immer jede Woche zum Gottesdienst ging.
Vor etwa zehn Jahren wurde es Zeit, unsere Tochter zum Konfirmandenunterricht anzumelden. Dass sie konfirmiert werden sollte, stand für mich nicht zur Debatte. In der Clus-Kirche gab es seit kurzem diesen neuen Pfarrer, von dem meine Mutter so begeistert erzählte. Also bin ich einen Sonntag mit in die Kirche gegangen, habe mir das Ganze angesehen und fühlte mich bei der Anmeldung zum Konfirmandenunterricht wohl. Die anderthalb Jahre Konfirmandenzeit sind wie im Flug vergangen. Zuweilen begleitete ich unser Kind zum Gottesdienst, der mir gut gefallen hat.
Unsere Tochter stand dem Glauben derzeit sehr kritisch gegenüber und steckte in einer Null-Bock-Phase. Nach einem Besuch von Pfarrer Brettin meldeten wir unsere Tochter nicht unbedingt zu ihrer Freude zur Jugendfreizeit auf Sylt an. Hier hat sich bei ihr etwas Grundlegendes verändert.
Nach ihrer Rückkehr redete sie mit mir stundenlang über Gott, Jesus, Glauben, Beten und den Sinn des Lebens und war von alledem völlig begeistert. Da kam ich ganz schön ins Nachdenken. Sie gab mir ein christliches Buch zu lesen, das ich förmlich verschlang.
Schließlich bat ich Gott, sich mir zu zeigen (mein Zusatz lautete: ...wenn es dich denn wirklich gibt). Am nächsten Tag spürte ich eine deutliche Ruhe und einen Frieden in mir, den ich so noch nicht erlebt hatte. Nun brauchte ich nicht mehr diskutieren, ob es Gott wirklich gibt oder nicht.
Seitdem danke ich Gott jeden Morgen für den neuen Tag und habe mein Leben gründlich geändert nachdem ich ganz schnell gemerkt habe, dass ich doch nicht so toll bin, wie ich immer dachte. Es geht mir nicht immer gut, keineswegs läuft alles reibungslos. Trotzdem freue ich mich über jeden neuen Tag, egal was er bringt oder was auf mich zukommt. Ich bin mir sicher, dass ich nicht allein bin, sondern von Gott geliebt.
Die Freude darüber möchte ich am liebsten allen Menschen weitergeben. Deshalb biete ich auf diesem Wege an, mich bei Fragen zum Glauben jederzeit anzusprechen. Ich freue mich über jeden, der neugierig geworden ist, einfach mal in unserer Gemeinde vorbeischaut und mich anspricht. Ich hoffe und wünsche mir, dass sich viele Menschen auf die Suche nach Gott machen, denn:
Wer bittet, dem wird gegeben, wer sucht, der wird finden, und wer anklopft, dem wird aufgetan. (Matthäus 7,7)



