Der Altar der Clus-Kirche
Der Altar der Clus-Kirche mit Altarwand wurde von der Herzoginwitwe Elisabeth, Gemahlin des 1613 verstorbenen Herzogs Heinrich Julius, zu Weihnachten 1618 für die Schlosskapelle im Palas des Schöninger Schlosses gestiftet.
Als 1775 das Schloss nicht mehr Herzoginnenwitwensitz, sondern nur noch Domäne war, kam der Altar zusammen mit der Kanzel und anderen Gegenständen in die Clus-Kirche. Darunter auch schwere eichene Bänke, die dann 1957/58 durch die heute noch vorhandenen ersetzt wurden.

Die Holzschnitzereien (Engelköpfe, Figuren) zeigen die frühen Formen des Barock. Auffällig sind dabei insbesondere die drei Frauenfiguren Glaube (mit Kreuz), Liebe (mit Kind) und Hoffnung (mit Anker). Die Predella des Altaraufsatzes enthält eine Abendmahlsdarstellung. Eine Wiederholung des Abendmahlsbildes schmückt die Predella des Altaraufsatzes in der spätgotischen Pfarrkirche St. Vincenz, den die Herzoginwitwe Anna-Sophie im Jahre 1647 stiftete.
Das auf Holz gemalte Ölbild, die Kreuzigung Christi darstellend, ist eine Kopie des unter dem Namen "Le Coup de lance" weltberühmten Kreuzigungsbildes, das Rubens im Jahre 1620 für das Franziskanerkloster in Antwerpen gemalt hat. Diese Kopie von 1662 kam erst 1865 aus der abzureißenden Marienkapelle vom Klostergut Siegersleben in den Clus-Altar. Über das ursprüngliche Altarbild wissen wir nichts. Wie der Maler der Kopie ist auch der Maler des darunter befindlichen Ölgemäldes auf Leinen "Das Heilige Abendmahl" unbekannt. Es wurde nach Kupferstichmotiven des "Emmausbildes" (Paris 1610) von Rubens gestaltet und diente dann 1647 als Vorbild für das Abendmahlsbild in der St. Vincenz Kirche zu Schöningen.
Über den Bildern befindet sich die Inschrift
"V.G.G. Elisabeth G.A.K.S.Z.D.H.Z.B.U.L."
(Von Gottes Gnaden Elisabeth, geboren aus königlichem Stamm zu Dänemark, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, Witwe)

