Pastor Hans-Joachim Meyer

Wir hatten uns zunächst auf eine längere Vakanz eingestellt, aber nach nur viereinhalb Monaten hat die Gemeinde wieder einen Pfarrer. Herr Dallmer mit seiner Frau und Frau Seidenfaden hatten Familie Meyer bereits in Lutter a.B. bei einem Gottesdienst und zu Hause kennengelernt. Am 18. Juni 1989 hält Pfarrer Meyer den Probegottesdienst mit dem Predigttext aus Johannes 8,3-11, am 22. Juni zeigt er eine Stunde Konfirmandenunterricht zum Thema Abendmahl und stellte sich so der Gemeinde vor. In der Vorstandssitzung vom 27. Juni 1989 wird er vom Kirchenvorstand gewählt. Familie Meyer zieht am 10. Oktober 1989 in das renovierte Pfarrhaus. Der feierliche Einführungsgottesdienst mit anschließendem Empfang ist am 22. Oktober 1989. Das Gemeindeleben wird erweitert. Gemeindeaufbau wird thematisiert. Es gibt einen Gesprächskreis, freiere Formen des Gottesdienstes und thematische Gottesdienste werden probiert, musikalische Andachten werden eingeführt, Konfirmanden werden stärker durch ein Praktikum mit dem Gemeindeleben konfrontiert. Pastor Meyer ist offen für theologische Gespräche. Davon profitiert insbesondere Dallmer in manchmal nächtelangen Gesprächen. Nach der Ende werden Kontakte zur ev. Gemeinde in Oschersleben, der Patenstadt Schöningens, geknüpft. Kontakte mit Jugendlichen sind nur von kurzer Dauer. Nach der Grenzöffnung werden im Gemeindehaus für kurze Zeit auch einmal Notbetten aufgestellt, da der Andrang der Menschen aus Sachsen-Anhalt sehr groß ist. 1990 wird Sohn Jonas geboren.

30 Jahre Clusgemeinde

Ein herausragendes Ereignis, ein besonderes Gemeindefest am 6. September 1992. Bischof Dr. G. Müller hält die Predigt zum Festgottesdienst und pflanzt dann zusammen mit Pastor Meyer und dem stellvertretenden Vorsitzenden Dallmer eine Linde.

Es gibt eine Ausstellung mit Dokumenten aus den letzten 30 Jahren, es gibt zu diesem Thema einen Diavortrag, ein Preisausschreiben, Kinderspiele, musikalische Vorführungen und eine richtige Vorstellung eines "Zauberers".

In der Braunschweiger Zeitung wird ein langer Bericht veröffentlich, weniger über das Gemeindefest, sondern insbesondere über die Gründung der Gemeinde und die bisherige Geschichte.

Noch 1992 scheidet Herr Kaufmann aus dem Vorstand aus und beendet seine Tätigkeit als Organist und Chorleiter. Lange Zeit ist die Organistenfrage ein Problem, bis endlich Herr Helmut Schütze von 1993 bis 1996 diese Tätigkeit trotz seines hohen Alters mit viel Liebe und Zuverlässigkeit übernimmt.

Es gibt eine Ausstellung mit Dokumenten aus den letzten 30 Jahren, es gibt zu diesem Thema einen Diavortrag, ein Preisausschreiben, Kinderspiele, musikalische Vorführungen und eine richtige Vorstellung eines "Zauberers".

In der Braunschweiger Zeitung wird ein langer Bericht veröffentlich, weniger über das Gemeindefest, sondern insbesondere über die Gründung der Gemeinde und die bisherige Geschichte.

Noch 1992 scheidet Herr Kaufmann aus dem Vorstand aus und beendet seine Tätigkeit als Organist und Chorleiter. Lange Zeit ist die Organistenfrage ein Problem, bis endlich Herr Helmut Schütze von 1993 bis 1996 diese Tätigkeit trotz seines hohen Alters mit viel Liebe und Zuverlässigkeit übernimmt.

Weihnachten 1992 können erstmalig Krippenfiguren aus dem Heiligen Land aufgestellt werden, an denen wir uns jedes Jahr wieder neu erfreuen können.

Was hoffnungsvoll begonnen hat, wird bald durch eine schwere Erkrankung von Pastor Meyer unterbrochen. Es gibt ab 1993 lange Zeiten mit Vertretungen bei Gottesdiensten, Konfirmandenunterricht und Konfirmation. Die Krankheitsvertretung durch Herrn Pastor Köhler wird beim Landeskirchenamt zwischenzeitlich wie eine Vakanzvertretung angesehen, die dann Pastor Schellberg übernehmen soll. Die Irritation des Kirchenvorstandes kann bald durch ein Korrekturschreiben aus dem Landeskirchenamt behoben werden. Die Krankheitsvertretung nur im notwendigen Umfang behält Pastor Schellberg bis Ende 1993 bei. Ein konstruktives Miteinander hat sich in dieser Zeit leider nicht entwickeln können. Krankheitsvertreter und später Vakanzvertreter wird Pfarrer Rosin.

Ende 1993 ist auch noch die nächste Vorstandswahl vorzubereiten. Zunächst wird die Anzahl der zu Wählenden auf fünf verringert, die Anzahl der zu Berufenen bleibt unverändert zwei. Die Kandidatenfindung ist diesmal außerordentlich schwer. Nach dem 6. Februar 1994 gehören zum Kirchenvorstand durch Wahl oder Berufung Frau Buchwald, Herr Dallmer, Herr Dommasch, Frau Fengler, Herr Scharnowski, Frau Seidenfaden, Frau Selke. Ersatzkirchenvorsteherin ist Frau Tschirner. Herr Dommasch vertritt für die nächsten sechs Jahre die Clusgemeinde in der Altenheimstiftung Clus, nachdem Pfarrer Meyer aus dem Vorstand ausgeschieden ist.

Ökumenische Bibelwoche 1995

Es wird eine der thematisch schwierigsten aber auch interessantesten Bibelwoche im März diesen Jahres.

Flötengruppe und Frauenhilfe

Am 17. und 18. September feiert die Flötengruppe unter Leitung von Frau Eva Kotzerke ihr 10-jähriges Bestehen mit einem Konzert und einem Elternnachmittag. Die Leitung der Jugendgruppe hat sie inzwischen aufgegeben.

Und noch ein Jubiläum: die Frauenhilfe feiert am 26. Oktober 1994 ihr 30-jähriges Bestehen.

Ende einer Amtszeit

Dann fällt die Entscheidung: aus gesundheitlichen Gründen beendet Pastor Meyer seine Amtszeit in unserer Gemeinde. Im nächsten Gemeindebrief schreibt Dallmer:

   Die Güte des Herrn ist’s
   Dass wir nicht gar aus sind
   Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende.
   (Jahreslosung 1996 Klagelieder 3,22)

Liebe Gemeindemitglieder, diese Jahreslosung zitierte unser Pfarrer Meyer, als er dem Vorstand mitteilte, dass er Anfang Februar 1996 die Pfarrstelle Clus verlassen würde, um eine andere Aufgabe in der Propstei Bad Harzburg zu übernehmen. Nach dem Willen der Landeskirche wird das eine Stelle für besondere Dienste sein, bei der Verwaltungsaufgaben des Propstes für die große Propstei zu übernehmen sind. Es wird eine Aufgabe sein, die dem gegenwärtigen Gesundheitszustand von Herrn Pastor Meyer entgegenkommt. Die Entscheidung der Landeskirche kam überraschend schnell. Wenn Sie diesen Gemeindebrief in Händen halten, wird Herr Pastor Meyer bereits seit einigen Wochen in Goslar wohnen.   Am 28. Januar 1996 hielt Herr Pastor Meyer seine letzte Predigt, beim anschließenden Kirchenkaffee mit einigen geladenen Gästen, darunter Propst Fischer und Bürgermeister Pause, wurde er mit Worten der Erinnerung und des Dankes verabschiedet. Am 22. Oktober 1989 war Herr Pastor Meyer feierlich in unsere Gemeinde eingeführt worden. Er unterrichtete am Gymnasium, war Mitglied im Vorstand der Altenheimstiftung, schließlich auch im Propsteivorstand. Protokolle des Kirchenvorstandes sind ein Zeugnis für die vielen Überlegungen zum weiteren Aufbau der Gemeinde, zur Förderung des Gemeindelebens, zur Neugestaltung der Gottesdienste, für Gemeindefeste. Es war schon schicksalhaft, dass durch die schwere Erkrankung von Herrn Pastor Meyer und die dadurch bedingten langen Ausfallzeiten vieles nicht realisiert werden konnte, vieles aufgegeben werden musste, manche Erwartungen unerfüllt blieben. So wurde er bei vielen Gelegenheiten immer wieder vermisst. Das Jahr 1996 wird also für die Gemeinde manche Änderungen bringen. Zunächst wieder eine pfarrerlose Zeit. Wie lange, das können wir derzeit noch nicht abschätzen. Die Stelle ist aber bereits ausgeschrieben. Vakanzvertreter ist Pastor Rosin, St. Vincenz. Gottesdienste und Kreise werden natürlich wie gewohnt stattfinden. Wenn Sie Fragen haben: Ansprechpartner sind wie immer Frau Ritter im Büro und Mitglieder des Kirchenvorstandes.