Das Gemeindehaus
Die Cammerclus wurde 1963 abgerissen, aber nicht, um einem Pfarrhaus Platz zu machen, sondern dem Hauptbau eines neuen Altenheims! Das sollte mit dem Giebel an der Helmstedter Straße beginnend in westlicher Richtung gebaut werden, daran anschließend im rechten Winkel die Pflegeabteilung, teilweise die Alte Clus verdeckend, und innerhalb dieses rechten Winkels , etwa in der Höhe der Kirche der Speisesaal. Kein Zweifel, der Platz war eng und die Wildenstein-Leestensche Clus wäre arg in den Hintergrund gedrängt worden. Aber deren Tage waren ohnehin gezählt, wenigstens als lebendiger Bestandteil der künftigen Altersheimstiftung. Man wäre sogar bereit gewesen, sie ganz abzureißen. Aus denkmalpflegerischen Gründen durfte man das jetzt aber nicht mehr. Dem Neubau stand sie nicht unbedingt im Wege, aber eben die Cammerclus.
Sorgen machte der feuchte Baugrund. In regenreichen Zeiten, steht des Oberflächenwasser wenig mehr als 35 cm unter der Oberfläche. Deswegen finden wir noch heute dort eine Pumpe.
Im Frühjahr 1964 schien alles unter Dach und Fach zu sein, so dass mit dem Bau begonnen werden konnte. Buchstäblich im letzten Augenblick kam die neue Situation der Clusgemeinde in den Blick. Sie brauchte ein neues Pfarrhaus und ein Gemeindezentrum! Das war geplant auf dem noch dem Staat gehörenden Grundstück westlich der Alten Clus. So kam man auf die Idee, beide Grundstücke zu tauschen. Das Altenheim konnte sich so auf dem westlichen Grundstück weitaus besser entfalten (man denke an die heutige Entwicklung der Stiftung) und das Gemeindezentrum mit Pfarrhaus und Kirche bildeten jetzt auch ein geschlossenes Ganzes.
1965 ist ein Baujahr. Am 9. Juli wird das Richtfest der Neuen Clus gefeiert, am 23. Juli die Grundsteinlegung des Gemeindezentrums und am 1. Dezember 1965 wird das Pfarrhaus bezogen.
Noch nicht spruchreif ist der bestehende Plan für eine Vergrößerung der Kirche. Der Umbau soll die Platzzahl verdoppeln. Aber erst muss das Gemeindehaus fertig sein. So steht denn auch in der Schöninger Rundschau:
"So muß sich die Baufreudigkeit der 3000 Clus-Gläubigen vorläufig auf Planungen und gelegentliche Sammlungen für das neue Geläut beschränken."
Der Bau geht zügig voran. Noch vor der Winterpause wird am 29.10.1965 das Richtfest gefeiert.

In dem Stall hinter der Clus-Kirche war, wie oben schon berichtet, das provisorische Amtszimmer ohne Telefon eingerichtet worden. Seit dem 6. November 1963 bestand ein Kirchenchor unter dem Propsteikantor Hoffmann. Am 25. Februar 1964 wurde die Frauenhilfe Clus in der Eichendorffschule gegründet.

Am 18. Dez. 1965 konnte das neue Pfarrhaus bezogen werden. Das provisorische Amtszimmer diente dann dem Kirchenchor und der Jugendarbeit. Am 24. September 1966 wurde das Gemeindehaus feierlich eingeweiht.




