Der Anbau
Die Planungen für den Anbau sind längst abgeschlossen. Noch ein letztes Bild von der alten Kirche mit dem neuen Turm, dann beginnen die Gründungs- und Abbrucharbeiten. Der Gottesdienst wird für mehr als ein Jahr in das Gemeindehaus verlegt.
Pastor Trümer, jetzt Pfarrer am Kaiserdom zu Königslutter, beginnt sein Vikariat in unserer Gemeinde.
Von den Bauarbeiten habe ich keine verwertbaren fotografischen Dokumente zur Verfügung. So benutze ich hier zur Dokumentation die Presseberichte.
Viele Gemeindemitglieder erwarten mit Spannung die Fertigstellung des Anbaus. Wenn sie die Zeitung aufschlagen, finden sie immer mal wieder etwas über die Clus, über Schöningen, über Deutschland und die Welt. Um diese Zeit einmal geschichtlich einzuordnen, will ich an dieser Stelle einige markante Angaben machen:
Januar:
Bürger der Bundesrepublik sind mit 18 Jahren volljährig (vorher erst ab 21 Jahren); ein militärisches Eingreifen gegen die Ölförderländer wird nicht ausgeschlossen; die Bundesrepublik nimmt diplomatische Beziehungen zu Kuba auf.
Februar: Neues Namensrecht: Ehepaare können wahlweise den Namen des Mannes oder der Frau annehmen; die inhaftierten Mitglieder der Baader-Meinhofgruppe brechen ihren Hungerstreik ab; Glaubenslehren des Theologen Hans Küng werden verurteilt; Gerge Bush wird Direktor des CIA; Urteile in der Watergate-Affäre; Peter Lorenz wird entführt.
März: Peter Lorenz wird freigelassen, einige Terroristen werden im Austausch ausgeflogen; das dreitausendjährige Monarchie in Äthiopien wird abgeschafft; weitere Verluste der USA in Vietnam, das Ende des Vietnamkrieges bahnt sich an.
April: US-amerikanische Einheiten evakuieren alle Amerikaner aus der von Roten Khmer umzingelten Hauptstadt Phnom Penh; die ersten freien Wahlen in Portugal seit 50 Jahren; Amerikaner werden aus Saigon evakuiert; am 30.04. kapituliert Saigon.
Der Blick in die Welt ist aufregend und erschreckend. Der Blick in die Kirche ist tröstlicher.
Als Besucher von Gottesdiensten in der Cluskirche heute im Jahre 2002 wird man die oben abgedruckte Predigtaussage von Oberlandeskirchenrat Kammer vielleicht etwas nachdenklich lesen: In den Mittelpunkt der Predigt stellte der Oberlandeskirchenrat Gedanken über die Aufgabe des Gottesdienstes und der christlichen Predigt. Damit solle der Mensch immer aufs neue erinnert werden, daß Gottes Wirken überall präsent sei. Es könne niemals die Aufgabe des Gottesdienstes sein, allen möglichen Gags nachzulaufen, um sich einen modernen Anstrich zu geben. Auch die ständige Suche nach etwas Neuem sei nicht der Sinn, der vielmehr darin bestehe, die alte Botschaft neu in Erinnerung zu rufen. Ich stelle mir vor, Oberlandeskirchenrat Kammer und Pastor Wille säßen bei uns im Gottesdienst. Ich denke, beide wären nachdenklich geworden. Hätten sie bei uns Gags gefunden, geben wir uns einen neuen Anstrich? Suchen wir ständig nach dem Neuen? Sehen wir vielleicht nicht Gottes Wirken? Rufen wir uns nicht die alte Botschaft immer wieder in Erinnerung?
Als Organistin am Positiv und als Chorleiterin wird Elisabeth Wille genannt. Es ist die Tochter von Pastor Wille. Sie wird 1977 Abitur machen und dann Schöningen bald verlassen. Sie gehört zum letzten Jahrgang des Schöninger Gymnasiums, der auch die Oberstufe im Klassenverband durchlaufen ist.
Weiterhin ist auch dem Zeitungsbericht zu entnehmen, dass vor der eigentlichen Indienststellung bereits zwei Konfirmationen stattgefundenen hatten.









