Die Clus-Kirche vor 1962

Die stark vergrößerte Kopie eines kleinen Fotos zeigt das gesamte Clusgelände an einem Wintertag etwa im Jahre 1955. Im Vordergrund auf der Schneefläche sind kleine Bäumchen erkennbar. Das sind die heutigen großen Trauerweiden und Ahornbäume. Hinter dem Schneefeld verläuft der noch nicht kanalisierte Teufelsküchengraben. Links erkennt man einen Wohnblock, im Hintergrund die Bäume des Friedhofes. Der alte wildverwachsene Clusfriedhof, ist noch vorhanden. Dann sieht man die Clus-Kirche, davor das kleine Fachwerkhaus mit den ehemaligen Stallungen. Das große Fachwerkhaus ist unverkennbar die Wildenstein-Leestensche Clus. Dann folgt, etwas nach hinten versetzt, die Cammerclus.

In Schöningen wird gebaut. Es entsteht die BKB-Siedlung mit Wohnblocks und Siedlungshäusern. Um den vielen neuen Bewohnern einen kürzeren Weg zu einer Kirche zu bieten, plant die Kirchenregierung der Landeskirche die Schaffung einer neuen Kirchengemeinde. Die Abgrenzung der Gemeinde werden so getroffen, dass die "Cluskapelle" zunächst der neuen Gemeinde zur Verfügung steht. Aus der Kapelle soll dann später die Kirche der "Clus-Gemeinde" werden.

Die "Cluskapelle" war noch 1956 in einem sehr sanierungsbedürftigen Zustand. Etwa aus dieser Zeit stammen die Bilder der vorangegangenen und dieser Seite. Die Wände zeigen große Feuchtigkeitsschäden. Eine Heizung fehlt. Die Fensterleibungen und der obere Rand der Seitenwände sind durch Bemalung verziert. Neben der Kanzel steht eine hölzerne Holzblende vor der Treppe und über der Kanzel ist noch der alte Schalldeckel vorhanden. Vor dem Altar befinden sich vier neue helle Bankreihen, insbesondere für die Abendmahlgäste gedacht. Das sonstige Gestühl stammt zum größten Teil noch aus der Schlosskapelle (von vor 1775), z.T. mit Namenseinritzungen mit Jahreszahlen aus dem 17. Jahrhundert.

An der Westwand hängt eine türähnliche Holztafel, braun und golden gestrichen. Sie war einst die Vorderseite eines Wandschranks in der Schlosskapelle. Über dem Gebälk sind auf einem Aufsatz die Buchstaben H. E. (Heinrich Julius und Elisabeth) gemalt, Darüber befindet sich eine barocke Bekrönung. Der Verbleib dieses Teils ist uns nicht bekannt.

In den Jahren 1956/57 wird die Cluskapelle saniert. Es wird ein Harmonium aufgestellt, das bereits 1960 ersetzt werden konnte durch eine einmanualige Kleinorgel, ein sogenanntes Positiv, gebaut 1942 vom Orgelbaumeister Otto Dutkowski in Braunschweig. Das Positiv war im Privatbesitz und wurde von der Kirchengemeinde St. Vincenz für die Clus erworben.