Die Glocken der Clus-Kirche

Wann die Clus-Kirche ihre erste Glocke erhielt, ist nicht bekannt. Im 19. Jahrhundert gab es auf jeden Fall eine schmucklose kleine Glocke auf dem Dachboden vor der Luke auf der Ostseite. 1863 wurde diese Glocke dann in den kleinen Dachanbau nach außen verlegt. Sie musste im Jahre 1942 zu Kriegszwecken abgenommen werden. 11 Jahre lang diente ein kleines, vom gegenüber wohnenden Baumeister Wiedemann zur Verfügung gestelltes Glöcklein mit zarter Stimme als Ersatz.

Nach vielen Bemühungen konnte 1953 eine vom Steuerberater H. Sermond geschenkte, von der Firma Gebrüder Rinker, Sinn (Dillkreis), gegossene Bronzeglocke, abgestimmt auf den Ton C''', im Anbau erklingen. Der Mantel der 30 kg schweren Glocke trägt die Inschrift "Danket dem Herrn", das Bild des St. Vincenz und die Zahl 1953. Spendengelder ermöglichten 1957/58 einen elektrischen Antrieb und eine Windfahne mit dem springenden Braunschweiger Ross und der Inschrift „Ao. 1863“.

1972 ging die 800-jährige Geschichte der Alversdorfer Kirche wegen der Ausweitung des Kohlenbergbaus zu Ende. Am Sonntag, dem 11. Juni 1972 fand der letzte Gottesdienst statt. Ihre Glocken sollten weiterleben. Am 25. Juli 1972 wurden sie von einem Kran mitsamt ihren eisernen Glockenstühlen aus dem offenen Kirchturm gehoben und auf einem Tieflader der BKB nach Schöningen auf das Clusgelände transportiert. Dort errichtete man für sie auf der Nordseite der Clus-Kirche einen neuen Glockenturm. Am 18. März 1973 läuteten sie erstmalig für die Clusgemeinde, für viele Alversdorfer, die in dieser Gemeinde eine neue Heimat gefunden hatten, ein vertrauter Klang.

Die Alversdorfer Kirche hatte zwei Glocken, eine größere a.d.J. 1783 und eine kleinere a.d.J. 1705. Die kleinere Glocke wurde 1948 durch einen Sprung unbrauchbar. Für sie goss im Jahre 1949 J.F. Weule, Bockenem, eine neue Glocke mit der Inschrift "Dabei erhalt uns lieber Herr, dass wir nichts anderes suchen mehr". Die größere musste 1943 zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Sie erhielt 1950 eine Nachfolgerin, gegossen ebenfalls von J.F. Weule, Bockenem, und trägt die Inschrift "Dein Wort ist unseres Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz".