Der Umgang mit Geld aus biblischer Sicht

  1. Der Umgang mit unseren Finanzen zeigt, wo unsere Prioritäten im Leben liegen. Zentrale Frage: Was bestimmt unser Leben? Siehe: 1.Gebot.
  2. Gott ist unser Versorger: Mt 6,26ff. "Lilien auf dem Felde".
  3. Wir sollen um das tägliche Brot und unser finanzielles Auskommen bitten und erwarten, dass Gott es uns gibt: Mt 6,9ff. "Vaterunser".
  4. Gottes Absicht ist nicht Mangel im Leben, sondern die Lebensfülle: 2.Kor 9,8.
  5. Geiz und Habsucht gelten als schwere Schuld vor Gott: Lk 12,15; 1.Tim 6,10: Denn die Geldgier ist eine Wurzel aller Übel.
  6. Habsucht wird in eine Reihe gestellt mit Unzucht und Unreinheit und hindert den Zugang zum Reich Gottes: Eph 5,5.
  7. Man könnte es so sagen: "Zeige mir, wie du es mit dem Geld hältst und ich sage dir, woran du glaubst."
  8. Grundsätzlich wird Reichtum in der Bibel nicht abgelehnt (z.B.: 5.Mose 11,13-15), aber er ist mit einer besonderen Verantwortung verbunden.
  9. Eine Gleichsetzung von Reichtum und Segen ist biblisch nicht möglich, denn auch der Gottlose hat Erfolg (Ps 73,3-12) und der Gerechte leidet Not (Ps 10; 2.Kor 11,24-27).
  10. Christen sollen an den Sorgen und Nöten der anderen konkret Anteil haben, besonders der der Glaubensgeschwister: Rö 12,13; Spr 11,24; Spr 28,27.
  11. Als Christen sollen wir einen Lebensstil der Nachfolge führen:
     - Arbeit, die auch dazu dient, Arme zu unterstützen: Eph 4,28
     - Bereitschaft zum Verzicht und maßvolle Lebensgestaltung: 1.Tim 6,8-10
     - Großzügigkeit im Geben: 1.Tim 6,18; 1.Kor 16,2
     - Vertrauen auf Gottes Fürsorge: Mt 6,25-34.
  12. Wir sollen "Haushalter" sein mit dem uns anvertrauten Gaben, auch finanzieller Hinsicht: 1.Petr 4,10.
  13. Wir sollen fröhlich geben, nicht kärglich: 2.Kor 9,6-7.
  14. Der "Zehnte" kann für Christen Maßstab für unser Geben sein, aber nicht als Gesetz, sondern als Glaubensgehorsam und Zeichen unserer Nachfolge: 1.Mose 14,17-20; 3.Mose 27,30; 5.Mose 26,1-2 (Erstlingsgabe).
  15. Mal 3,10: Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Haus Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.
  16. mit dem "Zehnten" soll der geistliche Auftrag der Gemeinde Jesu erfüllt werden:
     - Versorgung derjenigen, die den geistlichen Dienst tun
     - Ausbreitung der guten Nachricht von Gottes Liebe
     - Linderung der Not der Glaubensgeschwister
     - Hilfe für Bedürftige und Notleidende.
  17. Der "Zehnte" kann z.B. eingesetzt werden zur Unterstützung für:
     - Aufgaben in der Gemeinde (Förderverein)
     - Geistliche Werke, z.B. GGE, Team F, Leben im Kontext, Kirche im Osten etc.
     - Missionare
     - Partnergemeinde und geistliche Gemeinschaften.
  18. Hinweis: Für Geber und Empfänger sind regelmäßige Gaben am Hilfreichsten!
  19. Es geht um eine verantwortliches Handeln beim Spenden, aber nicht um das Manipulieren durch meine Gaben!
  20. Wichtig: Nicht das geben, was am Schluss noch übrig bleibt, sondern vom Ersten geben!
  21. In einer Ehe muss auch mit dem (nichtchristlichen) Ehepartner Einverständnis erzielt werden. Nicht den (nichtchristlichen) Partner überfordern oder übergehen, lieber herausfordern und überzeugen.

Udo Schulte, im November 2005